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Sie gilt als Jungtalent in der chinesischen Gegenwartsliteratur ist beliebt bei Lesern und Kritikern, doch als chinesisches „Fräuleinwunder“ möchte sie nicht gelten. „Das ungerechte ist doch, wenn Du einen Text schreibst, dann wird er erstmal als Text einer Frau wahrgenommen und die typische Frauenrolle wird man weder in der Öffentlichkeit und auch im Privatleben nicht so leicht los“, so Lu Min. Waren ihre ersten Schreibversuche vor über zehn Jahren noch Miniaturen alltäglicher Begebenheiten, sind ihre Romane großformatige Entwürfe urbaner Erfahrungs- und Lebenswelten, Lu Min spürt darin menschlichen Abgründen nach, Ängsten, dem Verdrängten, all dem, das keinen Platz in der modernen Wirtschaftswunderwelt hat. Ihre Texte sind immer wieder Suchbewegungen nach einem richtigen Leben im falschen.
Zur Person
Lu Min (1973*) arbeitete zunächst als Verkäuferin, Empfangsdame und Journalistin, bevor sie 1999 mit dem Schreiben anfing. Die alte Kaiserstadt Nanjing in der Provinz Jiangsu ist ihre Wahlheimat. Dort ist die viel versprechende Newcomerin der chinesischen und internationalen Literaturszene Vize-Vorsitzende des Schriftstellerverbandes. Zahlreiche Erzählungen und mittlerweile fünf Romane hat die Autorin seit ihrem Debüt veröffentlicht. Ihre Texte wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem angesehenen „Literaturpreis des Volkes“ sowie dem Preis von einer der bedeutendsten chinesischen Literaturzeitschriften „Chinesische Autoren“ (Zhonguo zuojia). 2006 wählten die Leser der renommierten Zeitschrift „Ausgewählte Erzählungen“ Lu Min zur beliebtesten Autorin.
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