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Lesung mit dem Journalisten und Autor Stefan Schomann Schanghai: ein Moloch am anderen Ende der Welt, Gangsterstadt und Sündenpfuhl, geprägt von einem mörderischen Klima, einer kaum begreiflichen Kultur - und Exil für 18 000 jüdische Emigranten. Es ist Ende der 30er-Jahre, und entgegen aller Wahrscheinlichkeit lernen der Wiener Jude Robert und die christlich getaufte Chinesin Julie sich kennen und lieben... Die Geschichte ihres Lebens klingt wie ein Roman.
Wenn den Bewohnern von Ningpo etwas ausgesprochen Seltenes und Kostbares begegnet, dann nennen sie das einen großen gelben Fisch. Die Liebesgeschichte zwischen Julie Chenchu Yang und Robert Reuven Sokal ist so ein großer gelber Fisch. Etwas ganz Ungewöhnliches, eine Singularität. In einer fernen Stadt, in der das Unwahrscheinliche die Regel ist. Kaum einer der jüdischen Flüchtlinge hat sich bis zu diesem Zeitpunkt jemals mit China befasst. Chinas wahre Mauer zu überwinden - die Sprache -, gelingt nur wenigen Emigranten. Einer von ihnen ist Robert Sokal. Der Sohn eines Wiener Farbenfabrikanten ist mit seinen Eltern 1938 in letzter Minute ausgereist. An der Universität in Schanghai lernt er Julie kennen, deren Vater, ein angesehener chinesischer Arzt, so gar nichts von der Freundschaft seiner Tochter zu einem europäischen "Bettelstudenten" hält. Doch allen Widerständen zum Trotz werden die beiden ein Paar. Stefan Schomann gelingt es in seinem Roman "Letzte Zuflucht Shanghai" meisterhaft, zwei völlig verschiedene Kulturen unvoreingenommen aufeinandertreffen zu lassen und den Leser in einen faszinierend fremden Kosmos zu entführen. Am Dienstag, den 16. Dezember wird er sein Buch im Göttinger Goethe-Institut vorstellen. Neben Einführung, Lesung und Gespräch wird Stefan Schomann Bilder zeigen, die den Roman untermalen. Über den Autor Stefan Schomann wurde 1962 in München geboren. studierte Germanistik in München und Berlin. Seit zwanzig Jahren arbeitet er als freier Journalist und schreibt vor allem für Geo, Stern, Merian, DIE ZEIT und die Frankfurter Rundschau. Eine Immigrantin machte ihn mit Professor Robert Sokal bekannt, und schnell entstand die Idee zu einem gemeinsamen Buch. Stefan Schomann lebt mit seiner chinesischen Lebensgefahrtin in Berlin und Peking. 16. Dezember, 19.00 Uhr Goethe-Institut Göttingen, Merkelstraße 4, 37085 Göttingen |